In der 1b der OS Visp wurde dieses Jahr die Unit 5 im English coursebook ganz nach dem Jahresmotto der Visper Schulen „kreativ und mutig“ umgesetzt. Die Schüler und Schülerinnen durften mit ihrer Englischlehrerin Rahel Studer, der Französischlehrerin Claudia Zimmermann sowie deren Informatiklehrer Jonas Grünwald und dem „best of all caretakers“ Piet Wyer für eine Übernachtung auf dem Campingplatz Brigga nach Biel ins Goms fahren.

In der Unit 5 geht es darum sich das Vokabular für die wichtigsten Gegenstände anzueignen, die es für das Überleben in der Wildnis braucht.  Durch die direkte Umsetzung des Themas in die Wirklichkeit und ins reale Leben war die Motivation der Schülerschaft sicherlich um einiges erhöht, denn wer die „checklist“ nicht verstand hatte Pech.  Der Ausflug wurde von den Schülerinnen und Schülern selbst geplant und das natürlich alles auf Englisch. Und nicht nur das: während des gesamten Campings wurde ebenfalls ausschliesslich Englisch gesprochen (zumindest solange eine Lehrperson in der Nähe war).

So gab es eine Zeltgruppe, die für das Organisieren und Aufstellen der Zelte verantwortlich war, eine Dinner Gruppe, die das Abendessen kochte, eine Unterhaltungsgruppe für das Abendprogramm sowie eine Frühstücksgruppe, die am nächsten Morgen mit feinem Visperterminer Alpenkäse das Aufstehen so richtig leicht machte.

Obwohl wir, so sollte man meinen, in der Zeit der Rollengleichberechtigung leben, schrieben sich ausnahmslos alle Jungs und keine einzige der Damen für das Fischen bei der nahe gelegenen Fischzucht ein. Denn bevor das Abendessen serviert werden konnte, mussten die Schüler es sich so richtig hart erkämpfen und verdienen. Glücklicherweise war Neptun den Schülern gut gesinnt und die Schüler fingen insgesamt zehn wunderbare Saiblinge. Dank der grosszügigen Unterstützung des Campingbesitzers, durften die Schüler die Fische auf dem Gasgrill des Campings grillieren, wobei für die etwas zarteren Gemüter auch noch Spaghetti zur Auswahl stand. Durch die eher spezielle Zubereitung wurden allerdings erst die Spaghetti zum eigentlichen Härtetest oder besser gesagt „Weichtest“ (scheinbar stellen manche Mütter – die Kinder sind ja nie schuld – die Spaghetti tatsächlich ins kalte Wasser… man rechne sich aus, wie lange der Spaghettitopf auf dem kleinen Gaskocher stand…)  Aber dank der gekauften Barillasaucen, konnte man auch diese irgendwie essen.

Nichtsdestotrotz war der Ausflug ein voller Erfolg. Nebst dem einmaligen Erlebnis erwarben die Schüler und Schülerinnen  durch die projektartige Umsetzung fächerübergreifend viele Lern- und Sozialkompetenzen. Hier nur einige dieser unzähligen Kompetenzen.

  • Der Schüler trifft einen wild um sich schlagenden überdimensionalen, riesengrossen Saibling, wenn es ums nackte Überleben geht.
  • Die Schülerin kann auf Englisch fluchen, wenn sie sich den Hammer beim Hering Einschlagen auf den Finger haut.
  • Die Schülerin kann mit einer Miniatur Handpumpe eine XL Luftmatratze von 160x210x20 cm aufblasen und trotzdem noch rechtzeitig zum Abendessen erscheinen.
  • Der Schüler kann einen Begriff umschreiben, ohne die Begriffe äh äh und äh zu verwenden.
  • Die Schülerin kann 30min Spaghetti kochen, ohne dass sie warm werden.
  • Der Schüler kann mindestens 3 Stunden in einem Zelt ohne Aussenzelt schlafen, ohne nass zu werden, wenn er darauf bedacht ist, die Zeltwände nicht zu berühren.

Doch genug der Spässe. Was bleibt? Was bleibt von einem solchen Lager? Es sind die Erinnerungen an ein wunderbares Campinglager mit vielen schönen Momenten, an zahlreiche lustige Anekdoten und an eine Klasse, die mit vielen sozialen Kompetenzen in ein zweites OS Schuljahr geht. Es ist ein Aufzeigen von alternativen Möglichkeiten für ein etwas anderes und vielleicht erfreulicheres Lernen. Aber es ist auch ein kleines „hang loose“  an die manchmal etwas zu sehr auf  Paragraphen reitenden Behörden auf der einen, aber auch an die überängstlichen Eltern auf der anderen Seite.  „Kreativ und mutig“ befindet sich nicht in der vollständigen Komfortzone, es ist ausserhalb der absoluten Planbarkeit und weit weg von der totalen Perfektion, aber es tut sooo gut!

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